Lebensplan, Vorherbestimmung, Zufall oder freier Wille …

Ist mein Leben vorherbestimmt? Diese Frage stellen sich viele Menschen. Viele hadern mit diesem vermeintlichen Schicksal, fühlen sich ausgeliefert oder sie fragen sich, ob und wie sie etwas daran ändern können. Wer hat das ausgesucht und warum so, und nicht anders?

 

Andere freuen sich auf jeden neuen Tag, den sie selbst gestalten können und „wundern“ sich vielleicht, warum – bei allen Höhen und Tiefen – ihr Leben so sinnvoll und erfüllend verläuft. Für sie ist das Leben ein Geschenk, für das sie vielleicht „Gott“ danken, mangels einer vernünftigen Alternative.

 

Es kommt dann auch vor, dass ein Gefühl von „Begnadetheit“ zu völligem Unverständnis für die Einstellungen und Verhaltensweisen von anderen Menschen führt, die das anders empfinden. Warum bin ich hier von soviel Dummheit und Ignoranz umgeben? Bin ich hier falsch?

 

Achtsame Menschen nehmen sowohl positive als auch negative Zufälle, Synchronizitäten und Fügungen in ihrem Leben wahr und fragen sich nach deren Sinn und Ursache. Sie fühlen sich vielleicht geführt oder gegängelt und wissen nicht von wem. Je nach Betrachtungsweise sieht man sich als hilflose Marionette oder von  einer „wohlmeinenden Kraft" an die Hand genommen.

 

Wenn man sich umschaut, werden einem die Unterschiede bewusst. Dadurch werden noch mehr „Warum-Fragen“ aufgeworfen. Wie nah liegen manchmal Glück und Unglück,  Pleiten, Pech und Pannen aber auch Erfolg, Segnungen und Triumph beieinander? Warum ich und nicht die anderen? Was macht den Unterschied aus?

 

 

Die Michael Teachings und auch die Berichte von vielen Tausend Rückführungen in das Zwischenleben, dokumentiert z. B. in den Büchern von Dr. Michael Newton, zeigen große Übereinstimmung in der Beantwortung dieser Fragen:

 

Die Seele plant für ihre Inkarnation, also für sich selbst in körperlicher Form. Sie wird dabei unterstützt, es sind jedoch immer ihre eigenen Entscheidungen. Sie plant „sich selbst als Mensch“, vor allem aber dessen Situationen, wichtige Ereignisse und Umstände. Was der Mensch und alle „Mitspieler-Menschen“ daraus machen, unterliegt deren freiem Willen. Es geht dabei um die Erfahrung, wie immer sie gemacht und wie immer sie von uns als Mensch bewertet wird.

 

Die Seele unterscheidet nicht zwischen gut und böse, wie der menschliche Verstand. Ihr ist alles "Recht", ihre Perspektive ist breiter. Ihre Ordnung geht über das vom Menschen Erfassbare hinaus. Was dem Menschen als grausam oder chaotisch erscheint ist für sie in gleicher Weise liebevoll und geordnet. "Irdische" Maßstäbe gelten für die Seele nicht. Sie bewertet nicht, ihre Position ist neutral. Diese Neutralität ist es gerade, die Seelen inkarnieren lässt. Körperlichkeit ist für sie eine Bereicherung.

 

Lebenspläne werden entwickelt, um sicherzustellen, dass bestimmte gewünschte duale Erfahrungen während der Laufzeit des Lebens, mit Zustimmung und Kooperation der anderen beteiligten Seelen, möglich werden. Welche Erfahrungen das sind, ist nicht Bestandteil des Plans. Damit diese Erfahrungen authentisch gemacht werden können, gibt es für den Menschen kein Bewusstsein über diesen Plan. Wir kennen ihn nicht und wir verstehen ihn nicht. Für den menschlichen Verstand ist eben nichts neutral. Er funktioniert durch Vergleich und es gibt immer ein besser oder schlechter als Antwort.

 

Ein Lebensplan ist also immer nur so etwas wie ein Reiseplan, bei dem Stationen. Aktivitäten und die Akteure vorher ausgewählt werden. Was auf der Reise dann daraus gemacht wird, bleibt den Beteiligten überlassen. Das besondere an dem Lebensplan, den eine Seele vor ihrer Inkarnation macht, liegt also darin, dass er immer „zu Hause“ vergessen wird. Seele ist „auf der Reise“ nur Mensch. 

 

Wir begegnen z. B. im Leben anderen Menschen, deren Lebensplan mit unserem verwoben ist und die auch „vergessen“ haben. Zuwendung oder Ablehnung ist freier Wille, wobei sich die Kriterien für diese Entscheidung durch unseren Lebensplan entwickeln. Ist die Verbindung zweier Menschen in Partnerschaft oder Ehe – unabhängig vom Verlauf und Ausgang – ein wichtiges Erfahrungsgeschehen, liegen ihr, als Teil des Plans, Vereinbarungen aus dem Zwischenleben zugrunde. 

 

Um dafür den „Schleier des Vergessens“ ein Stückchen zu lüften, sind „Schlüssel“ verabredet, bei deren Auftauchen wir sie als „Wink des Schicksals“ oder „Blitz aus heiterem Himmel“ empfinden. Diese Schlüssel können, Worte, Gerüche, Gesten, ein Blickkontakt oder auch eine Melodie sein. Man fühlt sich oft „wie verzaubert“ zu Beginn einer Beziehung, hat „Schmetterlinge im Bauch“ oder spürt eine unwiderstehliche Anziehung. So bekommen wir „unterschwellig“ Impulse der Seele, ihrem Plan zu folgen.

 

Dennoch ist es immer möglich, sich dagegen zu entscheiden. Wir haben immer die Wahl. Manchmal gibt es dann eine zweite Gelegenheit, vielleicht aber auch erst im nächsten Leben, wenn man eine Vereinbarung „verschiebt“. Es sind die Konsequenzen – positiv wie auch negativ - die mit jeder Entscheidung verbunden sind, durch die wir lernen. Das Leben geht trotzdem weiter, es gibt viele Themen und Situationen, die erfahren werden wollen. Der Mensch, in seinem zeitlich begrenzten Leben, kennt verpasste Chancen und bedauert sie, so wie er auch aus seiner Sicht „günstige Gelegenheiten“ freudig spontan nutzt. Die Seele profitiert von beiden Varianten, für sie ist jede Erfahrung neu und damit eine Bereicherung.

 

Andere Beispiele für „Begebenheiten“, deren Auswirkungen und Ausgang völlig offen und die meist reich an den damit verbundenen Erfahrungen sind, findet man in der ganzen Palette von sogenannten „Schicksalsschlägen“. Der Tod eines nahestehenden Menschen, eine schlimme Krankheit, Naturkatastrophen, Krieg, ein Autounfall, Arbeitslosigkeit, ein Lottogewinn, Urlaub mit der Familie, ein notwendiger Umzug oder Hausbau, oder auch eine Schwangerschaft kann entgegen dem ersten Anschein sowohl zu positiven als auch zu negativ empfundenen Erfahrungen führen. 

 

Unser „Vorurteil“ kommt aus dem Verstand, der auf Vorerfahrungen oder auch Hörensagen zurückgreift, die sich als Glaubenssätze etabliert haben und wie ein Programm wirken. Dennoch ist alles möglich, abhängig davon, wie wir damit umgehen. Unser „freier Wille“ fühlt sich oft unbedeutend und schwach an, weil wir Zwänge und Ängste verspüren. Wir müssen erst lernen, unseren Verstand zu gebrauchen statt ihm blind zu folgen. Meist gelingt das aber gerade erst durch sogenannte und auch so empfundene „schlechte“ Erfahrungen, wenn sich z. B. „verstandesmäßige“ Erwartungen nicht erfüllen. Schlechte Erfahrungen sind gleichzeitig auch gute Erfahrungen. Seele weiß das.

 

Die Beeinflussung durch andere ist daneben auch oft hinderlich, denn jeder geht seinen eigenen Weg. Wir werden wohl von allen anderen dabei begleitet, aber nicht um ihnen hinterher zu rennen, sondern um uns in ihnen zu erkennen. Auch diese Erfahrung will erst gemacht sein.

Wer immer die Umstände, die Anderen, das Schicksal oder Karma für seine Situation verantwortlich macht, hat nicht gelernt, seinen freien Willen zu benutzen, weil Angst ihn daran hindert. 

 

Fazit für alle, die sich „schwer tun“ mit ihrem Lebensplan: Vertraut Euch selbst! Es ist nicht ein von außen gesteuertes Schicksal, es ist auch nicht ein von uns getrennter „Gott“, der bestimmt, sondern es ist unser eigener „göttlicher Funke“, der sich ins Leben bringt, für das er Vorbereitungen getroffen hat. Eigentlich möchte er das Leben spielerisch in allen Facetten erkunden. Daran hindert ihn oft der eigenwillige Verstand seines „Expeditionsvehikels“ Mensch, aber auch das ist eine Erfahrung. 

 

Fazit für alle, die ihr Leben als erfüllend erleben: Seid dankbar für alles und nehmt es, wie es ist. Es ist Euer Geschenk an Euch selbst. Ihr habt in vielen vorausgegangenen Leben auch andere Erfahrungen gemacht, die dieses Geschenk erst möglich machten. Euer Verstand unterstützt Euch, er beherrscht Euch nicht mehr. Die gute Zusammenarbeit ist das Ergebnis von Verständnis und Einsicht, die durch den Geist von Liebe Schritt für Schritt, Leben für Leben, gewachsen sind. 

 

Diese Liebe ist bedingungslos und hebt alle Widersprüche auf. Das Opfer liebt den Täter, indem es die Tat erlaubt, ohne Widerstand oder Rachegedanken. Der Täter liebt das Opfer, indem er die Tat begeht, ohne dadurch schuldig zu sein. Wem diese Gedanken in der körperlichen Existenz noch fremd erscheinen, wird sie nach „seiner Reise“ als wahr erkennen.

 

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Kommentare: 21
  • #1

    Dirk Willoweit (Montag, 06 Januar 2014 20:06)

    Danke schön,für alles was ich hier zu zu lesen bekomme.
    Mit Deiner Hilfe komme ich Schritt für Schritt weiter auf meinem Weg den ich etwa Mitte April 2013 eingeschlagen habe.Immer deutlicher fühle und verstehe ich was in mir vorgeht.Immer häufiger werden Erinnerungen in mir wach.
    Für das neue Jahr wünsche ich dir alles Gute!
    Alles ist Liebe,
    Dirk

  • #2

    cat (Donnerstag, 30 Januar 2014 20:25)

    Wenn man mit dem Herzen hört klingt alles irgendwie plausibel. Es ist auch meine innere Wahrheit!!
    Danke für diese Homepage :)

  • #3

    georg (Mittwoch, 05 Februar 2014 18:14)

    Hallo, Rolf,

    danke für Deine sehr informative Internetseite.
    Mich interessiert das Thema "Seelen" schon seit einiger Zeit. Dennoch habe ich Zweifel, ob das alles so stimmen kann und zwar wegen zwei Fragen, auf die ich bisher keine schlüssige Antwort bekommen habe:
    Wenn der Plan der Seele (in einem Menschen inkarniert) darin besteht, Leid zu erfahren, wird diese Seele "seinen" Menschen dazu bringen, sich in eine Situation zu begeben, in der er (z.B.) verletzt werden wird?

    Liebe Grüße georg

  • #4

    georg (Mittwoch, 05 Februar 2014 18:23)

    Hallo, Rolf,

    hier nun die zweite, ernstgemeinte Frage:

    Wenn nun dieser Mensch aus der ersten Frage tatsächlich verletzt wird, befindet sich die Seele mit "seinem" Menschen dann im Flow, weil sie die gewünschte Erfahrung (hier: Leid) gemacht hat?

    Liebe Grüße. georg

  • #5

    Rolf (Mittwoch, 05 Februar 2014 19:34)

    @ Georg
    Leiden ist optional!
    So krass sich das vielleicht auch anhört, niemand muss oder will leiden. Wie ich hier im Blog und auch an anderer Stelle (http://www.seele-verstehen.de/themen/seelenleid/) geschrieben habe, wählt sich die Seele durch ihren Lebensplan und insbesondere auch durch die Wahl ihrer Overleaves für ein Leben nur Situationen aus. Die sich daraus ergebenden Erfahrungen unterliegen dem freien Willen des Menschen. Für die Seele zählt jede Erfahrung, egal, ob Freud oder Leid, ihr geht es also nicht um die Erfahrung des Leidens, sondern um die sich aus einer Situation ergebende Erfahrung.

    Als Mensch besteht das Leben aus vielerlei Leid, nicht weil die Seele sich das ausgesucht hat, sondern weil der Mensch sich dafür entschieden hat. Ein Beinbruch kann schmerzhaft sein, das ist jedoch nicht zwingend gleichbedeutend mit Leiden. Das Leid entsteht erst durch den Widerstand, den der Mensch seiner Erfahrung in einer Situation entgegen setzt, weil er nur die negative Perspektive sieht. Eine positive Perspektive könnte in dieser Situation z. B. darin liegen, dass eine Auszeit durch Krankheit Gelegenheit zum Innehalten und Regenerieren bietet. Es kann sich dadurch eine Wende im Leben ergeben. Auch Krebs ist oft die körperliche Reaktion darauf, dass sich im Leben etwas ändern muss, wenn sich der Mensch in seinem Alltagsstress dieser Veränderung widersetzt.
    Leiden verhindert dann oft die Heilung. Akzeptanz und die Entscheidung gesund zu werden ist die Voraussetzung für Heilung.

    Heilungsprozesse, Trauerprozesse oder sonstige Prozesse der Verarbeitung von Situationen enden alle schließlich mit Akzeptanz. Da dieses Ergebnis unausweichlich ist, hat der Mensch es selbst in der Hand, wie schnell er sich zu dieser Erkenntnis durchringen kann. Er entscheidet selbst über die Dauer seines Leidens.

  • #6

    georg (Mittwoch, 05 Februar 2014 23:02)

    Hallo Rolf,

    danke für Deine schnelle Reaktion.
    Wenn eine Seele vor ihrer Inkarnation zusammen mit anderen Mitgliedern seiner Seelensippe ausmacht, hier auf der Erde Gewalt zu erfahren (z.B. Kriegsverletzung, Missbrauch, Folter...), wird diese Seele nach der Inkarnation so Einfluss auf den von ihr beseelten Menschen nehmen, dass dieser Mensch in Situationen dirigiert wird, in denen die Seele die gewünschten Erfahrungen machen kann?

    Einen schönen Abend

    georg

  • #7

    Rolf (Donnerstag, 06 Februar 2014 15:43)

    Georg, lt. den Michael Teachings können Vereinbarungen aus den "Leben zwischen den Leben" auch während der Inkarnation aufgehoben oder auf andere Leben verschoben werden. In der Inkarnation gilt der freie Wille des Menschen. Der "Einfluss" der Seele ist deshalb beschränkt auf Impulse über die Gedanken, denen der Mensch nur folgt, wenn er sich in Übereinstimmung mit seinem höheren Selbst (Seelenessenz) befindet. Die meisten Schrecklichkeiten im Leben geschehen nicht aufgrund von seelischen Entscheidungen vor der Inkarnation, sondern aufgrund von Ego-Entscheidungen (falsche Persönlichkeit) des Menschen. Davon sind insbesondere inkarnierte jüngere Seelen betroffen, die so häufig viel Karma aufbauen und erleiden.

  • #8

    georg (Donnerstag, 06 Februar 2014 22:34)

    Guten Abend Rolf,

    du meinst, dass der Einfluss der Seele auf den von ihr beseelten Menschen gering ist, sodass die Seele also wenig Einfluss darauf hat, wirklich die Erfahrungen (zum Beispiel die Erfahrung von erlittener Gewalt) machen zu können, die sie vor der Inkarnation geplant hatte.
    Wozu plant diese Seele dann vor der Inkarnation ihre zu machenden Erfahrungen, wenn dann der von ihr beseelte Mensch nicht das macht, was die Seele will?Die Seele kann also nur hoffen, dass im Laufe ihres Lebens in ihrem Menschenkörper ein bisschen von der gewünschten Erfahrung für sie dabei sein wird. Das ist unlogisch.
    Oder weiss eine Seele vor der geplanten Inkarnation exakt, wie ihr Menschenleben und damit ihre kommenden Erfahrungen auf der Erde aussehen werden?

    LG georg

  • #9

    Rolf (Freitag, 07 Februar 2014 11:46)

    Georg, Du vermisst Logik. Das was unser Verstand als logisch empfindet entspricht nicht immer der universalen Logik. Ich verstehe Dich gut, ich selbst brauche Plausibilitäten, um zu verstehen. Ich weiß aber, dass wir hier in unserem Bewusstsein beschränkt sind, jede Erweiterung bringt uns weiter, aber nie ans Ende. Wir erkennen nur die irdische Ordnung, die implizite Ordnung des Universums bleibt uns vielfach verschlossen.

    Ich vergleiche das Leben gern mit einem Improvisationstheater. Seele "plant" die Rahmenbedingungen, kreiert das Bühnenbild, wählt die Mitspieler, besetzt die Rollen, was die Akteure daraus machen, ist nicht festgelegt. Wie ich schon mal geschrieben habe: Keiner kennt die Regeln, aber alle spielen mit. Vor der Inkarnation kann Seele zwischen verschiedenen Szenarien - entsprechend ihren gewünschten Erfahrungsfeldern - wählen, nicht jedoch die tatsächlichen Erfahrungen, da diese sich aus dem freien Willen der Menschen erst ergeben. Wäre es anders, wären die Menschen nur Marionetten. Es ist das Zusammenspiel aller Akteure, die das Leben bestimmen, Aktion und Reaktion, Entscheidung und Konsequenz.

    Die "Zusammenarbeit" zwischen Seele und menschlichem Verstand würde ich im Idealfall als Kooperation beschreiben. Sie "funktioniert" besser, wenn der Mensch seiner Intuition folgt statt seinem eher angstbestimmten Verstand. Ich habe an verschiedenen Stellen darüber geschrieben.

    Natürlich wird Seele versuchen zu lenken. Das kann sie nur über Impulse, die sie dem Verstand übermittelt, sie ist nicht in einer Position, Anweisungen zu geben. Sie ist Autor eines Skripts, nicht jedoch der Regisseur.

    Aus diesem Grund sind in jeder Seelenaltersstufe einige Leben erforderlich, um die gewünschten Erfahrungen aus verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen Rahmenbedingungen zu machen.

    Entfaltung bedeutet Vielfalt, nicht abarbeiten eines Plans. Es geht nicht um Optimierung oder Vollkommenheit im Sinne von Perfektion. Seele ist an neuen Erfahrungen interessiert und bewertet nicht die Entscheidungen des Menschen. Menschen werden nicht bestraft, sie erhalten von ihren "Mitspielern" immer wieder neue Chancen, es anders zu erleben und daraus Einsichten zu erlangen und sich zu entwickeln. Wir müssen uns darüber klar sein, dass alle Mitspieler (nicht nur Mitmenschen, sondern alle Existenzen) nur Versionen von uns selbst sind.

  • #10

    georg (Freitag, 07 Februar 2014 20:52)

    Hallo Rolf,

    vielen Dank für Deine Erläuterungen.

    Als Kind war ich Gewalt ausgesetzt. Kann es sein, dass meine Seele mich zu dieser Gewaltausübung hindirigiert hat, um die Erfahrung des Erleidens von Gewalt machen zu können?

    LG georg

  • #11

    Rolf (Samstag, 08 Februar 2014 18:48)

    Georg, diese Frage ist sehr persönlich. Wenn Du mir antworten möchtest, dann bitte als Nachricht unter "Kontakt", so dass ich Dir per Email antworten kann.
    Die Hintergründe von Gewalterlebnissen, gerade in der Jugend, können vielfältig sein. Sie prägen die Persönlichkeit im Hinblick auf die Wahrnehmung und Verarbeitung solcher Erlebnisse in der folgenden Zeit. Dabei kann es auch um die Erfahrung von "verzeihen können" gehen.

    Stelle Dir bitte selbst diese und ähnliche Fragen:
    Was hat dieses Erlebnis für Dein weiteres Leben bedeutet?
    Welche Einstellung zu Gewalt hast Du heute?
    Was fühlst Du, wenn Du Dich in die Rolle des Täters versetzt?

  • #12

    georg (Samstag, 08 Februar 2014 21:38)

    Guten Abend Rolf,

    eine Kommunikation über email ist zur Zeit nicht möglich, daher trat ich über diesen Blog an Dich heran.

    Nur kurz zu meiner Gewalterfahrung: Sie liegt viele Jahre zurück und war zunächst für mich damals sehr schlimm.
    Ich habe in den vergangenen Jahren viel (schmerzlich) aufgearbeitet, habe viel verstanden und habe mit einem Gefühl der Erleichterung damit abgeschlossen.
    Ich hege keinen Groll mehr gegenüber dem Täter, was ich vor Jahren für unvorstellbar gehalten hätte. Diese Gewalterfahrung gehört nun einfach und unspektakulär zu meinem nun ziemlich normalen Leben.

    Ich fühle Mitleid für den Täter, wenn ich mich in ihn hineinversetze, auch etwas, was mir vor Jahren unvorstellbar erschien.

    Für mich sehr irritierend ist ein Gefühl in mir, dass meine Seele diese Gewalterfahrung herbeigeführt hat.

    Deshalb nochmal meine Frage an Dich:
    Ist es möglich, dass meine Seele mich zu dieser Gewaltausübung hindirigiert hat, um die Erfahrung des Erleidens von Gewalt machen zu können?

    georg

  • #13

    Rolf (Sonntag, 09 Februar 2014 03:09)

    Georg, möglich ist alles, vielleicht nur anders, als Du es Dir vorstellst.

    Es könnte ein karmisches Band vorliegen, das durch die Umkehrung der Täter-/Opferrollen einen Ausgleich sucht. Solange es nicht "verbrannt" ist - so nennt MICHAEL es - besteht über viele gemeinsame Leben eine besondere Verbindung dieser Seelen. Es hat nichts mit Rache oder Schuld zu tun, es ist einfach ein Spannungsverhältnis, das nach Ausgleich sucht und zwar von beiden Seiten. Um ein karmisches Band aufzulösen, bedarf es des Ausgleichs und der gegenseitigen "Bewusstheit" über den Ausgleich und Verzeihung, die von beiden auch angenommen werden muss. Ich weiß zuwenig über die Umstände, um das bei Dir einschätzen zu können.

    Die externe Monade einer Täter/Opferbeziehung ist ebenfalls möglich, sie ist schwächer als ein karmisches Band. Hier geht es um die gegenseitige Erfahrung und es liegen ihr Vereinbarungen aus dem Zwischenleben zugrunde.

    Alle "schlechten" Beziehungen während einer Inkarnation haben nichts mit der Qualität der Beziehung zwischen den Seelen zu tun. Wenn ein Täter diese Rolle für ein Leben durch eine Vereinbarung üernimmt, dann "zum Wohle" der Seele mit der Opferrolle, auch wenn das für uns unverständlich ist. Enge und liebevolle seelische Verbindungen über viele Leben hinweg mit vielen gemeinsamen internen und externen Monaden führen am Ende des Inkarnationszyklus zur sogenannten Liebesmonade.

    Zu beiden Möglichkeiten kannst Du mehr bei mir nachlesen. Es sind immer beide Seelen beteiligt, es ist also nicht "Deine" Seele, die Du "verantwortlich" machen kannst. All diese Erfahrungen sind von beiden Seiten gewollt. Es kann jedoch sein, dass ein Mensch sich dieser Vereinbarung entzieht. Auf jeden Fall bleibt offen, WIE die Täter-/Opferrollen gelebt werden. Das Opfer kann sich wehren, sich unterwerfen, in den Suizid getrieben werden, sich im gleichen Leben rächen, usw.. Der Täter kann Machtgelüste ausleben, aus Bedrängnis und Angst oder aus schwachem Selbstwertgefühl handeln, aus Gier heraus töten oder aus Armut und Not.

    Georg, was Du schreibst hört sich für mich gut an. Du hast es "bewältigt" und verziehen, Dich interessieren aber immer noch die Umstände, die dazu geführt haben bzw. die es herbeigeführt haben. Vielleicht kann eine Rückführung mehr Aufschluss für Dich bringen, vielleicht - und ich glaube das tust Du ja auch - lebst Du im Hier und Jetzt, und integrierst die Erfahrungen der Vergangenheit, ohne an ihnen zu haften.

    Alles Liebe für Dich,

    Rolf

  • #14

    georg (Sonntag, 09 Februar 2014 16:28)

    Hallo Rolf,

    danke für Deine informative Antwort.

    Du schriebst, dass wenn die eine Seele die Rolle des Täters übernimmt, dann geschieht das zum Wohle der Seele mit der Opferrolle. Es geschah aber nicht zu meinem Wohl als Mensch georg, der auf der Erde lebt.

    Ich habe das Gefühl, als ob ich meiner Seele als Ort gedient habe für die Erfahrungen, die sie sich gewünscht hatte.
    Sie hat die Erfahrungen, ich hatte die Schmerzen und die Angst.
    Das fühlt sich für mich so an, als ob ich ein Versuchskaninchen in einem Stresstest war, zum Zwecke des Erkenntniszugewinns von zwei Forschern (in Form der Täter- und der Opferseele).

    Das ist für mich seit Jahren eine befremdliche Vorstellung, die ich nicht verstehe.

    Liebe Grüße georg

  • #15

    Rolf (Sonntag, 09 Februar 2014 18:00)

    Ja, Georg, diese Deine Perspektive ist gültig, allerdings nicht die einzig mögliche. Darin liegt das Problem vieler Menschen, deshalb leiden sie.

    Wenn es richtig ist, was uns die Michael Teachings sagen, dass alles was existiert beseelt ist, wenn auch in unterschiedlicher Weise, dann ist jeder Tritt auf einen Grashalm, jede Veränderung, die Dein Fuß auf der Erde hinterläßt aus Deiner Perspektive eine Veletzung. Aus einer anderen Perspektive ist es Teil der permanenten Veränderung und Umwandlung von Energie, als Teil der Schöpfung, die nicht ein einmaliger Akt ist, sondern ein permanenter Prozess, an dem alles was existiert beteiligt ist. Dieses "größere Bild" ist für viele nicht zugänglich. Auch für mich ist es nur kognitiv klar, affektiv habe ich genauso meine "schlimmen Momente".

    Ich weiß nicht, Georg, ob Dir das hilft. Das ist alles, was ich Dir dazu sagen kann.

    Alles ist Liebe,


    Rolf

  • #16

    georg (Mittwoch, 12 Februar 2014 22:16)

    Lieber Rolf,

    Deine Antwort verstehe ich nicht, aber ich ahne, dass eine Betrachtung von einer "höheren Warte", unter Einbeziehung weiterer Aspekte zum Thema "Mensch+Seele", bei mir wohl zu mehr Verständnis bezüglich meines Problems "Seele-benutzt-gnadenlos-Mensch-für-ihren-Erkenntnisgewinn" führen könnte. Deshalb werde ich mich jetzt auf Deiner ausführlichen Internetseite informieren.
    Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, mir zu antworten.
    Liebe Grüße

    georg

  • #17

    Wolfsfrau (Freitag, 21 November 2014 18:05)

    Nun war ich schon oft auf deinen Seiten lieber Rolf,
    heute möchte ich mich bedanken.
    Ich habe hier den Dialog zwischen Georg und dir gelesen und kann alle deine Antworten verstehen.
    Auch ich habe in jungen Jahren Gewalt erlebt,nun bin ich aber heute der Meinung, dass mir damals zwar
    all dieses Leid geschadet hat, aber heute als Person, die hier auf Erden lebt, durchaus das Erlebte zum Wohle dient.So hat nicht nur meine Seele gelernt, aus allem Erlebten, sondern auch meine Persönlichkeit, meine Fähigkeit zu verzeihen, hinter die Dinge zu sehen und meine Fähigkeit Liebe zu leben.Gerade die schwersten Strecken im Leben, wurden mir zum Geschenk.
    Seele und Mensch gewinnen gleichermaßen und gemeinsam, Erkenntnis bei jeder Inkarnation.
    Alles Liebe
    die Wolfsfrau

  • #18

    Erwin (Freitag, 11 März 2016 18:22)

    Hallo!
    Ich finde jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich, ich habe es in der Hand ob es mir gut oder schlecht geht: aber jetzt kommst:
    Ich finde auch das für jeden Menschen eine gewisse Bestimmung vorgegeben ist: wie lange sein dasein auf dieser Erde ist. Ich fahre immer vorsichtig mit den Auto und plötzlich aus heiterem Himmel kommt es zum Unfall, ohne mein verschulden.
    Oder ich komme bei einen Terroranschlag ums Leben oder ich befinde mich in einen Flugzeug und dieses stürzt ab. Man spricht dann: Zur falschen Zeit am falschen Ort. Ein krasses Beispiel war der Flug von Barcelona nach Deutschland voriges Jahr wo ca. 200 Fluggäste ums Leben gekommen sind, das schlimme daran war das die mehrzahl Kinder von 10-15 jahren im Flugzeug waren. Da denke ich mir war das Bestimmung? Was haben diese Kinder verbrochen? Was haben die für ein Karma mit sich getragen? Generell warum soviele Kinder?
    Wer kann das mir beantworten oder kann man das wirklich?
    liebe grüße erwin

  • #19

    Erwin (Freitag, 11 März 2016 19:31)

    Hallo!
    Habe meine liebe Schwägerin mit 39 jahren verloren. Sie hatte fünf liebevolle Kinder geboren. Als sie starb war der jüngste 3 oder 4 jahre alt. Gestorben ist sie an Krebs. Als sie die Diagnose Krebs übermittelt bekam holte sie einen Heiler zu sich, der legte nur die Hand auf ihren Körper und es ging ihr um einiges besser. Aber er kam kein zweites Mal mehr. Ich darf dich nicht heilen, sagte er: aus welchen Gründen auch immer. War das ein Engel oder ein Bote Gottes, war das Bestimmung? Hat Sie ihre Lebensaufgabe auf Erden erfüllt? Deshalb nahm Gott sie zu sich?
    liebevolle Grüße erwin

  • #20

    Kyra (Montag, 24 Juli 2017 20:37)

    Erstmal Danke für diese informative Homepage. Ich kann vieles verstehen und hatte bis vor 3 Monaten auch , trotz vieler schwierigen Situationen in meinem Leben , immer die Zuversicht dass alles einen Sinn hat, ich an den Dingen , Erfahrungen wachse und viel gutes in die Welt mit Achtsamkeit bringe. Nun hat sich meine Tochter suizidiert und mein Leben ist aus allen Bahnen , ich kann den Sinn nicht sehen , ist es Karma , soll ich mir das ausgesucht haben diese grausame Erfahrung zu machen ? Ist es mein Karma oder das meiner geliebten Tochter , will die mir was damit sagen ,?
    Ich wäre froh , wenn mir jemand sagen könnte , was es mit Suizid in der spirituellen Welt auf sich hat .

  • #21

    Frederike (Dienstag, 25 Juli 2017 17:16)

    Wie sieht es aus mit Vorherbestimmung zB Kinder , ist das ein Plan oder unser Wille

[scan] www.seele-verstehen.de

Zur Orientierung auf dieser Seite:

Navigation

erfolgt über die Kopfzeile. An jedem Seitenende kann man zum Anfang der Seite zurückspringen. Dort sind jeweils in der linken Spalte die Unterthemen aufgelistet.
 

Einstieg

gelingt vielleicht am besten mit dem Artikel "Über mich", dort steht, wie ich selbst zu diesem Thema gekommen bin.

 

In den "Grundlagen" finden sich Artikel zu einigen Themen, die ich für das Verständnis der gesamten Materie für wichtig halte. 
 

Der "Überblick" verschafft (hoffentlich) das, was er verspricht. Hier werden kurz die Michael Teachings vorgestellt.

 

Die Systematik der Seele, so wie MICHAEL sie uns vorstellt, ist unter der Überschrift "Matrix" dargestellt.


Unter "Themen" finden sich weiterführende Artikel zu einzelnen Aspekten der menschlichen Seele.

Möglicherweise unbekannte Begriffe sind im "Glossar" erläutert.

Quellen

sowohl Bücher als auch Links, sind hier aufgelistet. Es gibt hier auch noch ein paar Empfehlungen über das Thema dieser Seite hinaus.

 

Im Blog kann man immer wieder kurze Artikel zu allen möglichen Themen lesen, die mich gerade bewegen

 

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