Wir-Gefühl hat auch Schattenseiten ...

 

Sich miteinander verbunden zu fühlen ist wohltuend. Man fühlt sich angenommen, da ist Vertrautheit, man bekommt Unterstützung, Beistand und Verständnis. Gemeinsam sind wir stark.

 

Wir-Gefühl wird auch oft vermisst, z.B. wenn Menschen nur an sich selbst denken, frei nach dem Motto: "Brot für die Welt und Haxen für mich". Hamsterkäufe, drängeln und schneiden auf der Autobahn

 

Oder auch gerade in der heutigen Zeit - Covid-19 -, wenn physischer Kontakt und Austausch eingeschränkt sind, dann fühlt man sich von seinen Freundeskreisen, der Familie und den Kollegen abgeschnitten oder gar durch politische Regelungen ausgeschlossen, trotz WhatsApp, Facetime, Skype, Zoom und Home-Office. Es fehlt die dritte Dimension, der Körperkontakt und das gesellige Miteinander.

 

Vielen wird das erst jetzt bewusst, wenn etwas sonst selbstverständliches fehlt, wie wertvoll die Gemeinschaft mit anderen ist.

 

Es gibt aber auch eine andere Seite des Wir-Gefühls. Antwort gibt die Frage: "Wie definieren wir unser persönliches Wir-Gefühl?" Pauschal kann man sagen, jeder der so ist wie ich, der meine Ansichten und Gewohnheiten mit mir teilt, auf einer Wellenlänge mit mir liegt, meinen verschiedenen Peergroups (soziale und geographische Herkunft, Alter, Geschlecht), angehört, bildet für mich einen Kreis, in dem mein Wir-Gefühl besteht (siehe Bild oben).

 

Dieses Gefühl ist dann am stärksten, wenn jemand in möglichst vielen dieser Kreise mit mir verbunden ist. Wir-Gefühl entsteht durch Nähe, aber nicht nur räumlich, auch alle anderen Gründe für Sympathie, je "gleicher" desto besser sind Kriterien.

 

Das bedeutet aber auch, jeder der sich nicht in einem dieser Kreise befindet, kommt nicht in den Genuss meines Wir-Gefühls. Im Extremfall werden alle Menschen außerhalb meiner Kreise von mir als fremd und daher als gefährlich eingestuft.

 

So entstehen Feindbilder aufgrund von Vorurteilen. Wir kennen das von den alten und neuen Bundesländern, Flüchtlingen, Ausländern allgemein (es sei denn, man war mal dort als Tourist), Menschen mit anderer Hautfarbe, außer man schätzt sie als Fußballstar, ist Fan von Bluesmusikern oder ein persischer Arzt hat einem mal das Leben gerettet.

 

Es ist komplex, wodurch ein Wir-Gefühl entsteht und wie sich Ablehnung und Ausgrenzung im Laufe des Lebens entwickelt.

 

Ein wesentlicher Aspekt ist das Seelenalter. Die meisten Menschen wissen nichts davon und sind irritiert: "Wie kann diese gebildete junge Frau so festgefahren in ihren Ansichten sein" oder "Wie kann sich dieser stattliche Mann so trotzig wie ein Kind benehmen?"

 

In der seelischen Entwicklung geht es um den Umgang und die daraus resultierenden unterschiedlichen Erfahrungen mit verschiedenen Bewusstseinsstufen bei einem selbst und bei anderen. Wir- und Ich-Bezogenheit wechseln sich in den Seelenalterstufen ab.

 

Wir leben in einer Zeit des Übergangs von der Jungseelen-Gesellschaft zur Erwachsenen-Seelen-Gesellschaft. Die Ich-Orientierung der Jungseelen wird abgelöst durch die Wir-Orientierung der erwachsenen Seelen. Man erkennt das z. B. in der Abwendung von konservativen Werten und Hinwendung zu gesellschaftlichen und umweltorientierten Themen in der Politik. Noch sind die Lager etwa gleich stark, es gibt auch Rückfälle, die aber nicht mehr mehrheitsfähig sind. Es ist ein Prozess.

 

Der Begriff Seelenalter lehnt sich analog an das Lebensalter an, obwohl es nicht korrespondiert. Eine junge Seele kann steinalt sein, ebenso kann ein Teenager sich schon als erwachsene Seele manifestieren.

 

Als spirituell empfindender Mensch wird einem vermittelt. "Wir sind alle Eins, alle stammen aus derselben Quelle und wir alle kehren dahin zurück." Das gilt nicht nur für den Menschen sondern für die gesamte Schöpfung. Wir sitzen alle in einem Boot. Ich denke wir alle - auch noch die alten Seelen - tun uns dennoch schwer bei der Umsetzung in unserem Verhalten mit diesem Bewusstsein. Intellektuelles und auch emotionales Einverständnis heißt noch nicht verinnerlicht und praktiziert.

 

Deshalb schadet es nicht, gelegentlich seine eigenen Handlungsweisen und kommunizierten und damit verbreiteten "Weisheiten" zu hinterfragen.

 

Ich glaube, wir stehen im Moment alle auf dem Prüfstand. Es besteht die Chance für einen Durchbruch oder auch für einen Zusammenbruch.

 

Wohin bringt uns die Pandemie, das sich wieder ausbreitende rechte Gedankengut und die sich daraus entwickelnden Auswüchse, die globale Klimaproblematik, die politische Lage, die in vielen (nicht nur den Vereinigten) Staaten zwischen "Wir" und nicht "Wir" ausgrenzt, das weiter zunehmende Chancenungleichgewicht von Arm und Reich, Schwarz und Weiß, die z. Zt.  gebeutelte Wirtschaft mit ihrer Anspruchshaltung auf Milliardenunterstützung?

 

Jede Krise erfordert und eröffnet neues Denken. Ich finde es im Moment gerade sehr spannend. Als Rentner hat man viel Zeit zu beobachten und nachzudenken. Ich wünsche mir ein verbreitet anderes Bewusstsein auch wenn es nicht schon in wenigen Jahren Früchte trägt. Die Saat muss jetzt in die Erde.

 

Der Weg ist das Ziel.

 

 

 

 

 

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