Ziel,

das Erfahrungsziel, das die Seele antreibt ...

 

 

Eine Seele verfolgt eine Reihe von Zielen auf ihrem Entwicklungsweg (siehe Lebensaufgabe und Familienaufgabe). Die Ziele der Seele, die hier unter Overleaves angesprochen werden, beziehen sich auf den Erfahrungsbereich, den eine Seele in einer Inkarnation bearbeiten möchte.

 

Das Ziel bestimmt also, wie das Leben gelebt und was daraus gelernt werden soll. 

 

Hier zunächst die Übersicht:

 

E Ziele handeln im positiven Pol handeln im negativen Pol

Achse

und Ausrichtung

1 Beschränkung innehalten und zurück-, nach innen schauen,  sich vom Leben zurückziehen

Inspiration,

ordinal

2 Ablehnung beurteilen, differenzieren, selektieren pauschal, vorschnell verurteilen Expression, ordinal
3 Unterordnung sich ergeben, hingeben, aufopfern sich unterwerfen, erniedrigen Aktion, ordinal
4 Fluss mitschwimmen, am Geschehen teilhaben

treiben,

erstarren, nichts tun

Assimilation,

neutral

5 Akzeptanz Andersartigkeit annehmen ohne sie sich zueigen zu machen sich beliebt machen, "nach dem Mund" reden

Expression,

kardinal

6 Ausweitung Klarheit und voranbringende Einsichten erlangen den Überblick verlieren, überrollt werden

Inspiration

kardinal

7 Dominanz andere führen und leiten andere unterdrücken und benutzen

Aktion,

kardinal


 

Es stellt sich die Frage, warum wählt sich eine Seele z. B. Ablehnung als Lernziel für eine Inkarnation aus? Nun, eine Seele möchte das „Mensch sein“ in all seinen Facetten erleben. Ohne die Erfahrung, abgelehnt zu werden und selbst abzulehnen, fällt es schwer, zu akzeptieren und angenommen zu werden. Ablehnung und Akzeptanz sind beide auf der Achse der Expression. Die beiden Extreme und alles, was dazwischen liegt an unterschiedlichen Formen von Annahme und Ablehnung gegenüber anderen Menschen, Klimazonen, Sitten und Gebräuchen, Speisen etc. ist es, was die Seele erfahren will.


Mit jedem gewählten Ziel verfolgt die Seele eine Art selbst auferlegte Mission:

 

       Ziele

                            Mission

 

Beschränkung

Ich möchte innehalten und durch meine selbstgewählte Einschränkung im Leben, Ruhe und Raum für mich und meine Gedanken haben .

    

Ablehnung

Ich möchte vermeiden, von anderen beeinflusst zu werden und werde nur tun, was ich für richtig halte, egal, was andere denken.

 

Unterordnung

Ich möchte meinen eigenen Willen zurückstellen und stattdessen andere, die die Verantwortung tragen, nach Kräften unterstützen.

 

Fluss

Ich werde jeden Tag nehmen, wie er kommt und habe keine speziellen Erwartungen an das Leben.

     

Akzeptanz

Ich möchte meine Verbindung mit anderen entwickeln und werde Andersdenkende annehmen, wie sie sind und in mein Leben integrieren.

 

Ausweitung

Ich möchte in meiner Entwicklung schnell voranschreiten und führe deshalb ein herausforderndes Leben, in dem ich mein Bestes gebe.

 

Dominanz

Ich möchte meinen eigenen Willen durchsetzen, um Ergebnisse im Leben zu erreichen, für die ich die Verantwortung übernehme.

 

Seelen inkarnieren also nicht, um zu lernen, wer sie sind. Der Mensch mag sich im Laufe seines Lebens fragen: „Wer bin ich eigentlich wirklich?“. Die Seele weiß es schon ganz genau, denn im Zwischenleben ist sich die Seele ja seiner selbst voll bewusst.

 

Wir inkarnieren

 

mit dem Ziel Fortschritt oder Rückwendung,

um als Mensch zu erfahren und zu erleben, wer wir sind,

 

mit dem Ziel Ablehnung oder Akzeptanz,

um uns als Mensch voll und wahrhaftig gegenüber anderen Menschen auszudrücken, so wie wir sind,

 

mit den Zielen Vorherrschaft und Unterordnung,

um als starker, freier und ungebundenen Mensch zu handeln, ob an der Front oder im Glied.

 

und mit dem Ziel im Fluss zu sein,

um als Mensch offen dem physischen Leben gegenüber zu stehen.

 

Mit anderen Worten: Wir sind nicht Menschen, die spirituelle Erfahrungen machen, sondern spirituelle Wesen, die erfahren wie es ist, Mensch zu sein.

 



Die Ziele im Einzelnen:

 

 

Beschränkung liegt als ordinales Ziel auf der Achse der Inspiration und ist entgegengesetzt zu Ausweitung. Der Zweck besteht darin, ein verlangsamtes Leben zu führen, unter Umständen sogar durch eine körperliche oder geistige Behinderung unterstützt, um Erfahrungen mit der Beschränkung zu machen und wohlmöglich als Seele, dennoch oder gerade deshalb, wichtige Erkenntnisse zu erlangen.

 

Eigenschaften: beschränkt, behindert, rückständig, abhängig, selbstbeobachtend, beschaulich, verinnerlicht, zurückgezogen, in sich gekehrt, traditionell, der "guten alten Zeit" nachtrauernd, unfähig, einsam, isoliert, zurückgezogen, verschlossen.

 

Gründe für eine solche Wahl können sein: Nach einem Leben, das durch körperliche Gewalt bestimmt war, ist es vielleicht eine gute Idee, auch die andere Seite, also körperlich machtlos zu sein, zu erleben.  Ähnlich kann es sein, dass einem Leben mit großen intellektuellen Fähigkeiten bewusst eines mit eben diesem Defizit folgt.

 

Ein Leben ohne physische Ablenkung und gesellschaftliche Verpflichtungen kann dennoch Raum geben für große theoretische Denkmodelle, wie z. B. bei Stephen Hawking.

 

Der römische Kaiser Claudius wurde in seinen jungen Jahren verspottet, wegen seiner schlechten körperlichen Verfassung; er hinkte und stotterte und wurde schlicht für Dumm gehalten. Durch diese von ihm auch "gepflegte" Erscheinung, galt er nie als möglicher Rivale; er schrieb historische Bücher. Er überlebte so die Zeit, in der viele seiner Familienmitglieder aus Angst vor Konkurrenz ermordet wurden und wurde schließlich ein weiser Kaiser, der in seiner Amtszeit viele Reformen durchsetzte.

 

Es kann auch sein, dass ein Leben in Abhängigkeit wegen einer Behinderung oder Einschränkung, gewählt wird, um einem Seelengefährten die Erfahrung zu ermöglichen, Pfleger zu sein und damit eine externe Monade zu schließen. 

 

Pole:

Im positiven Pol lebt der Mensch ein einfaches, simplifiziertes und eingeschränktes und nicht ausuferndes Leben und schätzt die "guten, alten Werte".  Sie lieben es einfach, weil es sie sonst schnell überfordert. Alles hat seinen Platz. Schnickschnack macht das Leben nur kompliziert. Die langsame Lebensart gibt die Möglichkeit der Besinnung und duchdachten Verarbeitung und damit innere Sicherheit.

 

Im negativen Pol geht die Einschränkung über das Effiziente und Kontrollierbare hinaus. Aus Angst vor Überforderung und in der Auffassung, das Leben nur in einem kleinen Maßstab leben zu können zieht sich ein Mensch vom Leben, von seinen Mitmenschen und aus der Welt zurück, ohne dass er selbst oder andere etwas daraus lernen werden, das Leben ist somit vergeudet. Ein Weg aus dieser Situation der Selbstisolation heraus besteht dann darin, sich vorübergehend im positiven Pol des entgegengesetzten Ziels, (Fortschritt), um Verständnis für das Unbekannte zu bemühen und Verständnis für interessante Dinge zu entwickeln, wohlmöglich in kleinen Schritten. MICHAEL nennt dieses vorübergehende Abgleiten „Sliding“.

 

 

 

 

Ablehnung ist das ordinale Ziel auf der Achse der Expression, entgegengesetzt zu Akzeptanz.


Die Sehnsucht nach Authentizität und trotzige Individualität, verbunden mit Rücksichtslosigkeit gegenüber Mitmenschen und der Ablehnung von allen gesellschaftlichen oder persönlichen Zwängen, kennzeichnet dieses Ziel. Beziehungen werden bei diesem Ziel eher als unnötige Störungen und lästig empfunden und deshalb vermieden oder zumindest auf Abstand gehalten. Ablehnung von Andersdenkenden führt oft zu Ablehnung durch eben diese. Es ist nicht das Ziel gehasst zu werden, es wird aber, wenn es so ist, billigend in Kauf genommen.

 

Typische Eigenschaften: geradeheraus, schonungslos ehrlich, unangepasst, kompromisslos, streitlustig, bitter, menschenverachtend

 

Gründe für eine solche Wahl können sein: Ein vorheriges Leben als „Gefallsüchtiger“ kann so kompensiert werden. Eine Herrscherseele will lieber allein entscheiden und das übliche Gefolge loswerden. Eine Verkünderseele möchte an etwas arbeiten ohne wie sonst darauf achten zu müssen, dass es auch dem Publikum gefällt.

 

Pole: 

Im positiven Pol befindet man sich hier, wenn gutes Urteils- und gutes Auswahlvermögen, verbunden mit konstruktiver Kritikfähigkeit und einer gewissen Kultiviertheit zum Tragen kommen. Karl Lagerfeld ist vielleicht ein Beispiel dafür.

 

Vorverurteilung, Ablehnung aus Prinzip, ohne Prüfung, destruktive Kritik und Engstirnigkeit, Abscheu und Verachtung für alles, was anders ist, sind die Kennzeichen des negativen Pols. Die Angst vor Verunreinigung, wenn man sich mit etwas Fremden, nicht  Eigenem beschäftigt oder zusammentut, ist die Ursache für das Verharren im negativen Pol.

 

Menschen mit diesem Ziel spielen manchmal ein Spiel, indem sie sich gerade mit den Dingen beschäftigen, die sie ablehnen. Der Nutzen besteht darin, dass das Ziel erfüllt ist, wenn dann - wie erwartet - die Zurückweisung erfolgt. Im Extrem manifestiert sich der negative Pol dieses Ziels als reiner Hass. Der einzige Weg heraus ist wieder Sliding in den positiven Pol des entgegengesetzten Ziels (Akzeptanz), das ist Agape. Der Versuch, Liebe zu empfinden für etwas, was man ablehnt, trotzdem mitfühlend und freundlich zu sein, kann helfen. 

 

Hass ist nur das Fehlen von Liebe.

 

Die Erkenntnis, dass anders sein eben nur anders ist, nicht besser und nicht schlechter erfordert - wie so oft - im ersten Schritt Selbstliebe: Ich darf anders sein! Der nächste Schritt: Andere dürfen auch anders sein, fällt dann nicht mehr so schwer. Negative Kritik an anderen kann man mit der Einleitung: Ich sehe das so ... oder meiner Meinung nach ... abschwächen. Wenn man dann noch ergänzt, was einem gegebenenfalls auch gefällt am anderen, kann der die Kritik besser einordnen. Er wird nicht total abgelehnt sondern nur einzelne Verhaltensweisen stimmen nicht mit denen des Kritikers überein. Wir sind uns darüber einig, nicht einig zu sein, ist auch eine "friedliche" Art, einen Streit zu beenden.

Die Erfahrung der Ablehnung ist ein sich selbst nährendes Phänomen. Ich kann mich selbst nicht leiden (Ich bin nicht OK) dann sind die anderen auch nicht OK. Ich werde abgelehnt, dann lehne ich auch ab, um mich nicht schlecht zu fühlen.

 

Man entzieht diesem "Teufelskreis" die Nahrung, indem man anfängt, sich selbst nicht mehr abzulehnen:

Ich bin OK, wenn die anderen das anders sehen ist das ihr gutes Recht, hat aber nichts mit meiner Meinung über mich zu tun.


 

 


Unterordnung ist das ordinale Ziel auf der Achse der Aktion und steht im Gegensatz zu Dominanz . Eine Seele mit diesem Ziel will sich aufopfern, wie der Bauer im Schachspiel. Dobby, der Hauself aus den Harry Potter Büchern ist genau so ein Charakter. Man sucht jemanden oder etwas, dem man nachfolgen, dessen Anhänger man sein kann. Die Person strebt nach Gefolgschaft, Dienstbereitschaft und Zustimmung. Sie stellt ihr eigenes Wollen zurück zugunsten einer anderen Person, Sache, Idee oder höheren Macht. Das kann der Partner sein, der Chef, der Verein, die Kirche, die politische Partei, oder wem immer man sich verpflichtet fühlt. Die Person ist frustriert, wenn keiner oder nichts Passendes gefunden werden kann. In Beziehungen glaubt man, dass die eigene Loyalität den Partner ebenso verpflichtet und ist überrascht, wenn der andere dieses Vertrauen missbraucht und heimtückisch ist.

 

Im Extrem führt dieses Ziel zur völligen Verneinung des Egos; eigene Rechte wahrzunehmen, Anstrengungen für sich selbst zu unternehmen und der Wunsch nach Unabhängigkeit oder gar Überlegenheit ist nicht vorhanden.

 

Dieses Ziel hat Ähnlichkeit mit den Rollen des Kämpfers und des Helfers. Der Kämpfer ist ebenso loyal und oft ein Gefolgsmann eines Anführers. Das Ziel und die Rolle haben beide die Energie 3. Der Unterschied beim Helfer besteht jedoch darin, dass er immer jemanden findet, dem er helfen kann; das Ziel Unterordnung sucht jedoch aktiv nach der Möglichkeit, jemanden oder eine Sache zu unterstützen. Auch bei der Rolle des Gelehrten ist die Hingabe für ein spezielles Studiengebiet mit wertvollen Beiträgen oft zu finden.

 

Typische Eigenschaften: gewissenhaft, aufmerksam; höflich; besorgt, gehorsam, unterwürfig, pflichtgemäß, folgsam, dienend, diszipliniert, treu, ehrerbietig, gefällig, unterwürfig, kriecherisch, untergeordnet, unterwürfig, servil

 

Gründe für eine solche Wahl können sein: Vervollständigung einer externen Monade z. B. Anhänger/Führer. Vereinbarungen im Zwischenleben.

 

Pole: 

Im positiven Pol diese Ziels stehen Aufopferung, Hingabe und Widmung. Beispiel dafür ist Pabst Johannes Paul II gewesen und sicherlich auch Mutter Teresa, vielleicht auch der eine oder andere Anhänger Adolf Hitlers, z. B. Erwin Rommel. Es besteht immer die Möglichkeit, „einem falschen Herrn“ oder einer falschen Sache zu dienen; aus Sicht des Anhängers ist es jedoch immer eine gute Sache, ein ehrenwertes Ziel oder eine honorige Person.

 

Der negative Pol ist gekennzeichnet durch Unterwürfigkeit, blinden Gehorsam und serviles Kriechertum. Die Angst vor Illoyalität und Treulosigkeit desjenigen, dem man folgt, fördert das Abgleiten in den negativen Pol. Die Übernahme von Verantwortung für das eigene Tun um damit in den positiven Pol von Vorherrschaft zu „rutschen“, ist der Ansatz zur Rückkehr in den positiven Pol.

 

 

 


Fluss, oder besser „im Fluss sein“ ist das neutrale Ziel im Schnittpunkt der Achsen und hat deshalb keinen Gegensatz. Bei verschiedenen MICHAEL Channel wird es auch Stillstand, Entspannung, Zufriedenheit oder Gleichgewicht genannt. Eine Seele mit diesem Ziel wünscht sich im Leben, Stress zu vermindern oder zu vermeiden. Alles soll reibungslos verlaufen, nichts wird forciert oder behindert, keine Aufregung, keine Profilierung, nur dem normalen Lauf des Lebens wird gefolgt. Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine Neue. Alles wird genommen, so wie es ist. Mitschwimmen und sich von den Wellen tragen lassen, das ist das Bild von „im Fluss sein“. Es ist das Ziel ohne Ziel.

 

Auf Außenstehende wirkt so eine Person ziellos, nutzlos und sein Leben erscheint sinnlos zu sein. Sie hat keine Ambitionen außer Bequemlichkeit und Zufriedenheit, wodurch sie aber stabil, berechenbar und vertrauenswürdig wirkt. Nur wenn etwas aus dem Gleichgewicht zu geraten scheint, wenn etwas nicht oder nicht mehr ganz der natürlichen Ordnung oder den Regeln entspricht, wird jemand im Fluss aktiv, um die Balance wiederherzustellen. Diese Aktivität ist aber immer Bestandteil der Freude und des Genießens und nie Anstrengung oder Belastung. So wird auch nie der Zustand von Erschöpfung eintreten.

 

In der chinesischen Tradition des Daoismus wird dieses Ziel als „Wu Wei“ bezeichnet und als ideale Lebensform propagiert: Etwas anstrengungslos tun, Dinge zu nehmen, wie sie sind, niemals ändernd einzugreifen, alles sein zu lassen, wie es ist und alles geschehen zu lassen wie es kommt, es anzunehmen und daran teilzuhaben, Leben im Hier und Jetzt.

 

Typische Eigenschaften: zwanglos, entspannt, ruhig, unbekümmert, lässig sorglos, gemächlich, gelassen, unbeschwert, leichtlebig, unbeschwert, unmotiviert, erstarrt, teilnahmslos, gleichgültig, apathisch.

 

Grund für die Wahl dieses Ziels kann sein, einfach ein ungeplantes, sorgenfreies Leben auszuprobieren, es zu genießen, und mitzunehmen, was sich ergibt. Die Seele will loslassen oder lernen, los zu lassen.

 

Pole:

Im positiven Pol befindet man sich in vollständiger Übereinstimmung mit der natürlichen Entfaltung des Lebens; die Kunst, Dinge einfach geschehen zu lassen und dabei fröhlich und gelassen zu sein macht sympathisch.

 

Im negativen Pol wird man träge, passiv und teilnahmslos. Die Impulse des Lebens werden nicht mehr wahrgenommen und es passiert nichts außer Langeweile. Im Fluss des Lebens sinkt man auf den Boden und verharrt dort. Um aus dieser Erstarrung heraus zu kommen, geht der Weg über den positiven Pol irgendeines anderen Ziels, da das Ziel „Fluss“ als neutrales Ziel zu allen anderen Zugang (Sliding) hat.

 

 


 

Akzeptanz ist das kardinale Ziel auf der Achse der Expression. Es steht im Gegensatz zum Ziel der Ablehnung. Hier geht es darum, harmonische und positive Beziehungen im Kleinen, wie im Großen zu suchen und zu pflegen. Es ist für die meisten Menschen ein sehr schwieriges Ziel, allen, die einem begegnen, offen und positiv gegenüber zu stehen. Die Gefahr besteht, dass alles sehr unkritisch aufgenommen wird und man kann dadurch schnell in ein schlechtes Fahrwasser kommen. Der Vorteil ist jedoch, dass man mit dem Ziel der Akzeptanz meist beliebt ist, was einem viele Türen öffnen kann. Der Mensch neigt – schon aus dem Sicherheitsbedürfnis heraus - zum bewerten und tut das durch Vergleiche mit seiner bisherigen Erfahrung und seinem eigenen Weltbild. Zu akzeptieren, anders ist nur anders, aber deshalb nicht besser oder schlechter, anderes kann neben mir existieren, ohne dass es mich bedroht, ist nicht einfach. Es setzt schon eine starke Persönlichkeit voraus. Desmond Tutu und der Dalai Lama sind z. B. beide Verfechter von Akzeptanz des Andersdenkenden und des anders Seienden.


Die Lieder „All you need is love“ und „Give peace a chance“ von John Lennon bzw. den Beatles sind ebenfalls Ausdruck des Wunsches, sich liebevoll zu begegnen und kämpferische Auseinandersetzungen zu vermeiden.


Die Akzeptanz der Andersartigkeit, verbunden mit der uneingeschränkten positiven Zuwendung schließt auch das eigene Selbst ein. Der Preis dafür, dass man immer nur zu allen nett sein möchte ist oft, dass man selbst mit seinen Bedürfnissen untergeht, also im übertragenen Sinne nur als Schuhabtreter benutzt wird. Zur Akzeptanz gehört deshalb auch die Selbstliebe oder anders formuliert, die Vermeidung der Selbstaufgabe.

 

Typische Eigenschaften: kontaktfreudig, freundlich, aufgeschlossen, zugewandt, zugänglich, verständnisvoll, tolerant, angenehm, verbindend, gewinnend, liebenswert, selbstlos, gütig, charmant, süß, entzückend, nett, niedlich, wohl erzogen, schmeichlerisch, gefallsüchtig, angepasst, anbiedernd.

 

Grund für eine solche Wahl kann sein: Die Seele möchte das Gefühl der Verbundenheit erleben und jede Trennung und Fremdheit überwinden. Jede Seele ist in ihrer Essenz erfüllt von Liebe, es ist ihre wahre Natur. Leider vergisst sie es  - wie vieles anderes - in ihrer physischen Existenz. Sich wieder daran zu erinnern ist die Herausforderung, die mit dem Ziel Akzeptanz verbunden ist..

 

Pole:

Der Originalname für den positiven Pol ist Agape, das griechische Wort für selbstlose Nächstenliebe oder bedingungslose, positive Wertschätzung. Gemeint ist damit generelles Wohlwollen, und grundsätzliche Gutwilligkeit, unabhängig von Übereinstimmung und Gefallen. Die positive Seite von Akzeptanz wird in Religion und Philosophie als höchste Tugend bezeichnet. Personen in diesem Pol sehnen sich nach Zugehörigkeit, sie möchten mit allen „gut Freund“ sein, betonen immer mehr die Gemeinsamkeiten als die Unterschiede in einer Beziehung und sind zugewandt und freundlich, aber ohne dabei unaufrichtig zu sein. Wenn sie selbst Ablehnung spüren, verhalten sie sich versöhnlich und kompromissbereit, ohne dabei ihr Selbstwertgefühl zu opfern. Was falsch ist wird auch falsch genannt, aber in einer nicht abwertenden oder hochmütigen Form.

 

Der negative Pol wird „Schmeichelei“ genannt. Wenn man das Gefühl hat, wegen seiner selbst nicht geliebt zu werden, gerät man leicht auf diese negative Seite. Aus Angst vor Ablehnung sucht jemand permanent nach Zeichen von Zuneigung durch übertrieben zum Ausdruck gebrachte Zustimmung: Schmeichelei, Kriecherei und Anbiederei. Nur keine eigene Meinung zu haben, allem und jedem zuzustimmen, keine Gelegenheit zu loben auslassen sind die Eigenschaften eines typischen Schleimers. Jasager und Claqueure werden nur als nützlich empfunden, aber nie respektiert. So wird das eigentliche Ziel, geliebt zu werden, nicht erreicht. Es ist eine Illusion.

 

Um wieder auf die positive Seite zu kommen, ist es notwendig, auf seinen eigenen gesunden Menschenverstand zu vertrauen. Berechtigte Kritik kann – wenn sie adäquat vorgetragen wird – anderen helfen. Daher wird sie nicht zwangsläufig zu „Liebesentzug“ führen, im Gegenteil, die Wertschätzung wird dann nicht nur aufgrund der oberflächlichen Freundlichkeit gezeigt, sondern wohlmöglich aus Dankbarkeit für die hilfreiche Kritik. 

 

 

   

 

Ausweitung  (im englischen „growth“) ist das kardinale Ziel auf der Achse der Inspiration. Es ist weitverbreitet. Obwohl ein optimistisches Ziel, ist es aber auch oft mit Schwierigkeiten verbunden, weil es immer um „mehr“, „besser“, „höher“, "weiter", "schneller" und“ größer“ geht. Immer neue Erfahrungen werden gesucht. Ein Mensch mit diesem Ziel ist selten mit der aktuellen Situation zufrieden, fühlt sich getrieben und das kann zu Instabilität und Überforderung führen.

 

Er liebt es, ein Leben am Limit zu führen, die Grenzen auszutesten und immer neue Herausforderungen zu suchen, an allem beteiligt zu sein und keine Gelegenheit dazu wird ausgelassen. Es geht um Lernen durch praktische, physische Erfahrung. Dazu gehört oft auch ein ständiger Wechsel im Beruf, im Wohnort und in Partnerschaft und Freundschaften.

 

Ausweitung oder Beschleunigung ist das Gegenteil von Beschränkung oder Verlangsamung, was der eine sucht, vermeidet der andere. So ist jemand mit diesem Ziel offen zu jedermann, liebt es viele Freunde um sich herum zu haben, in vielen „Töpfen gleichzeitig zu rühren“ und Beherrscher des Chaos zu sein. Nichts kann ihn aufhalten, je schwieriger, desto besser. Das Leben hat viele Höhen, Tiefen und Wendungen, die sich oft urplötzlich ergeben.

 

Ein gutes Beispiel ist die Geschichte von Sindbad, dem Seefahrer, der eigentlich „nur“ ein Kaufmann für Seide und Gewürze war, sich aber bei jeder seiner Handelsreisen in alle Arten von Abenteuern, Katastrophen und Schicksalsschläge verwickelt sah.

 

Typische Eigenschaften: Offenheit, Flexibilität, neugierig, abenteuerlustig, risikobereit, selbstsüchtig, sprunghaft, ich-bezogen, schnellebig, überfordert, gestresst, von sich selbst eingenommen,

 

Grund für die Wahl dieses Ziels ist der Wunsch der Seele, schnell voranzukommen, in einem Leben viel dazuzulernen und die Erfahrung von Geschwindigkeit und Abwechslung zu machen.

 

Pole:

Im positiven Pol befindet man sich als Generalist, der ein weitgespanntes Interesse hat und an persönlicher Weiterentwicklung und Vervollkommnung interessiert ist aber nicht im „stillen Kämmerlein“ sondern im vollen Licht der Öffentlichkeit. Die so durch praktische Erfahrungen gewonnenen Einsichten führen oft zu einem tieferen Selbstverständnis, Klarheit, Bewusstsein und Weisheit.

 

Der negative Pol liegt in der Überforderung durch Übertreibung. Wenn die vielen Eindrücke so überwältigend sind, dass Verwirrung eintritt und das aufreibende Leben nicht mehr bewältigt werden kann, dann kann daraus auch nicht mehr gelernt werden. Dinge werden nicht zu Ende gebracht. Unsicherheit,  Verlegenheit und Ratlosigkeit treten ein, das was vorher so virtuos gehandhabt werden konnte entgleitet der Kontrolle.

 

In diesem Fall empfiehlt sich wieder der positive Pol des gegensätzlichen Ziels, nämlich vorübergehende Rückkehr zu einem einfacheren und ruhigeren Zustand, innehalten und sich Zeit zur Verarbeitung lassen, um sich zu sammeln für die nächsten Irrungen und Wirrungen, die schon warten.

 

 

 

 

Dominanz ist das kardinale Ziel auf der Achse der Aktion. Es geht hier um Macht über andere, Einfluss, auf das was geschieht und Kontrolle über alles, was geschieht. Dabei ist Nachhaltigkeit das entscheidende Kriterium. Jemand mit dem Ziel Dominanz ist ein Entscheider und Richtungsgeber. Er sagt, wo es lang geht und was jeder zu tun hat. Nichts darf geschehen, das nicht von ihm ausgeht. Die Regeln stellt er selbst auf und alle anderen haben zu folgen. Wenn andere sich Freiheiten herausnehmen oder sich unabhängig verhalten, werden sie als anmaßend, unehrerbietig, unrespektvoll und ungehorsam getadelt oder sogar als Verräter bezeichnet. Dominanz steht im Gegensatz zu Unterordnung, bei beiden Zielen geht es um den Standpunkt im Leben mit Achtung von Stärke und Aufgabe. Dominanz kennt jedoch keine Passivität, obwohl dominante Menschen sich selbst oft als zu passiv empfinden. Das liegt daran, dass sie meist ihren Fokus darauf richten, wo Dinge noch unkontrolliert und ungeregelt ablaufen, was sie massiv stört. Dinge geschehen nicht, sie werden initiiert und kontrolliert!

 

An der „Spitze der Hackordnung“ zu stehen ist oberstes Prinzip. Situationen, in denen das nicht möglich ist, werden vermieden. Das heißt aber nicht, dass er kneift oder die Flucht ergreift, er ist gewohnt, seinen Willen auch durchzusetzen. Eine „offizielle“ Anerkennung eines anderen „über ihm“ ist jedoch nicht möglich, außer: Bei religiösen Menschen wird nur Gott als höher stehend akzeptiert.

 

Dominanz verhilft dazu, etwas zu erreichen, unabhängig davon, was es ist. Ob als Klassensprecher, als Rechtsanwalt, als Abt eines Klosters, als Familienoberhaupt, als Präsident eines Vereins oder eines Staates, im jeweiligen Kontext geht es immer nur um die Position und den damit verbundenen Einfluss.

 

Auch Seelenrollen, die eher introvertiert und zurückhaltend von ihrer Natur aus sind – wie zum Beispiel die Rolle des Gelehrten, können mit dem Ziel Dominanz Facetten entwickeln, die sie in bestimmende Positionen bringen, wie Al Gore, der zwar nicht Präsident wurde aber eine tragende Funktion im Klimaschutz einnimmt.

 

Der Unterschied zwischen dem Ziel Dominanz und der Rolle Herrscher erscheint gering zu sein. Dominanz sucht die Macht, sie strebt danach mit allen Mitteln. Herrscher dagegen haben die persönliche Autorität, ob sie sie benutzen oder auch nicht.

Typische Eigenschaften:  frühreif und naseweis, selbstbewusst, selbstherrlich, entschlossen, willensstark, resolut, zielstrebig, durchsetzungsstark, zuversichtlich, forsch, fortschrittlich, herrschsüchtig, gebieterisch, herrisch, tyrannisch, penetrant, aufdringlich, aggressiv.

Grund für die Wahl diese Ziels ist es, die Verantwortung zu übernehmen und die Dinge voran zu bringen und nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Pole:

Der positive Pol von Dominanz ist Menschenführung, das heißt, vorn stehen, gute Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen und Respekt für diejenigen, die ihnen folgen, zu haben.

 

Im negativen Pol steht Gewaltherrschaft. „Tue es, weil ich es Dir sage!“ Den anderen wird keine Wahlmöglichkeit eingeräumt, oft werden aber andere für Fehlschläge verantwortlich gemacht, meist mit abwertenden Kommentaren: „War ja auch nicht anders zu erwarten.“ Menschenverachtung auf dem Weg „nach oben“ ist dann üblich: „Ein paar bleiben immer auf der Strecke, das ist nicht mein Problem“

 

Wenn sich jemand auf der negativen Seite von Dominanz befindet, weil er ehrlicherweise erkennt, dass er anmaßend, tyrannisch, und überheblich ist und z. B. Menschen schikaniert, liegt der Schlüssel wieder im positiven Pol des gegensätzlichen Ziels Unterordnung. Auch wenn’s schwer fällt, Hingabe zu einem höheren Ziel oder einem Zweck der wichtiger ist, als man selbst, ist dann ein möglicher Weg um Menschen mitzureißen, für die Sache zu gewinnen und so seine Ziele gemeinsam durchzusetzen. Vladimir Putin, Napoleon, Caesar und Alexander der Große haben/hatten Dominanz als Ziel.

 

 

 

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In den "Grundlagen" finden sich Artikel zu einigen Themen, die ich für das Verständnis der gesamten Materie für wichtig halte. 
 

Der "Überblick" verschafft (hoffentlich) das, was er verspricht. Hier werden kurz die Michael Teachings vorgestellt.

 

Die Systematik der Seele, so wie MICHAEL sie uns vorstellt, ist unter der Überschrift "Matrix" dargestellt.


Unter "Themen" finden sich weiterführende Artikel zu einzelnen Aspekten der menschlichen Seele.

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Quellen

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